Anomalisa

USA 2015 / Regie: Charlie Kaufman, Duke Johnson / Synchronsprecher: Frank Röth, Caroline Ebner, Christian Weygand. (OV): David Thewlis, Jennifer Jason Leigh, Tom Noonan / 90 Min. / ab 12

Michael Stone fliegt nach Cincinatti, wo er eine Motivationsrede halten soll. Der Abend im Hotel ist einsam. Er nimmt Kontakt auf zu einer verflossenen Liebschaft, die er Jahre lang nicht gesehen hat. Der Treff in der Hotelbar ist ein Reinfall, aber Michael lernt dort zwei weibliche Fans aus der Provinz kennen, die nur wegen ihm in die Stadt gereist sind. Er nimmt die unscheinbare Bella mit auf sein Zimmer - und verliebt sich wider Erwarten in die unsichere Frau. Doch am nächsten Morgen sieht alles wieder anders aus.

Nur selten wird ein Film derart einhellig und euphorisch gefeiert. Mit 92 Punkten auf der berühmten „Metacritic.com“-Plattform bekam das Werk traumhafte Spitzenwerte. Dabei ist die Story denkbar schlicht und statt Schauspielern gibt es nur ein paar Puppen. Um daraus ein derart bewegendes Drama über das Leben, die Liebe und den Sinn des Seins zu zaubern, bedarf es eines Ausnahmetalents wie Charlie Kaufman. Er schickt seinen melancholischen Mini-Helden Michael, den erfolgreichen Autor, in ein schickes Hotel. Dort trifft er auf die schüchterne Lisa. Und alsbald ist nichts mehr, wie es einmal war. So klug wie komisch und charmant entwickeln sich in diesem niedlichen Mikrokosmos ziemlich existenziellen Fragen. Kino-Magie der verblüffenden Art.