DOK.tour: Das Golddorf

Carolin Genreith  – Deutschland 2014, 100 Min.

 Heimatlos trifft Heimatidylle: Flüchtlinge aus aller Welt bringen die Weltpolitik ins urbayrische Chiemgau mit seiner lebendigen Tradition: „Hier gibt es sehr gute Luft und schöne Landschaft“ lobt Fishatsyou aus Eritrea den idyllischen Ort Bergen im Chiemgau. Er ist einer von acht Asylbewerbern, die im Gasthaus gegenüber der Dorfkirche untergebracht wurden. Auch Abdul Ghafar, sein afghanischer Schicksalsgefährte, findet Worte des Lobes ob der Trachtenjugend, die die Traditionen der Ältereren pflegen, statt wie sonst überall auf der Welt modern sein zu wollen. Mit ethnologischen Blick auf das exotische Bayern erforscht die Filmemacherin in ihrer Culture-Clash-Tragik-Komödie was passiert, wenn unterschiedliche Konzepte von Heimat aufeinandertreffen. Und auf einmal kommt Bewegung in den Ort. Wer hilft? Wer hat Angst? Und was verändert sich in einem kleinen, homogenen Dorf, wenn es Heimat teilen soll? Alles? Oder doch nichts?